Düsseldorf für Thomas Geisel
Jens Prüss

Jens Prüss

Autor

Wann gab es das: Ein OB, der eine Anzeige für einen Dichter schaltet: „Ich bin traurig über den Tod von Dieter Forte.“ So stelle ich mir den ersten Bürger einer Kulturmetropole vor. Geisel repräsentiert ziemlich lässig das moderne, kosmopolitische Düsseldorf. Mit internationalen Gästen parliert er ganz selbstverständlich in ihrer Sprache. Polyglott ist er auch im Umgang mit den unterschiedlichsten Bürgergruppen, ob fifty-fifty , ob Brauchtum, ob Industrieclub, er hört zu und findet Lösungen. Die Toleranzidee von Heine lebt er. Wenn die Freiheit attackiert wird, geht er mit den besorgten Bürgern auf die Straße. Und er liebt die Heinesche Ironie, ob im Karneval oder im Stadtrat. Den Bornierten ist das alles zu weltläufig. Es wird aber noch schlimmer kommen. Intelligente Verkehrskonzepte, die Toten Hosen auf den Rheinwiesen und den blaugrünen Ring, eine städtebauliche Zusammenführung von Ehrenhof, Kunstakademie und Co. Trauen wir uns.


Zitat teilen: